Gute Nachrichten für Kaffee-Liebhaber: Exzessive Kaffeetrinker leben am längsten

Aus verschiedenen Studien ist bekannt, dass mit steigendem Kaffeekonsum das Risiko der Probanden sinkt, im jeweiligen Untersuchungszeitraum zu sterben. Dieser statistische Zusammenhang lässt vermuten, dass Inhaltsstoffe des Kaffees eine gesundheitsfördernde Wirkung haben könnten.

Doch wäre damit eine generelle Empfehlung zum Kaffeetrinken gerechtfertigt? Oder könnte ein starker Kaffeekonsum für Menschen, die aufgrund ihrer Gene Koffein entweder sehr schnell oder sehr langsam abbauen, ungesund sein? Eine amerikanische Studie kommt nun zum Schluss, dass solche genetischen Unterschiede keinen Einfluss auf mögliche positive Wirkungen des Kaffees haben, wie die Forscher im Fachblatt «JAMA Internal Medicine» berichten. Falls eine direkte ursächliche Beziehung besteht, sei nicht das Koffein, sondern seien andere Inhaltsstoffe dafür verantwortlich.

«Unsere Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass Kaffeetrinken Teil einer gesunden Ernährung sein kann», schreiben die Mediziner um Erikka Loftfield vom National Cancer Institute in Rockville im US-Bundesstaat Maryland. Auch durch die neuen Resultate sei aber noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachgewiesen. So wäre es möglich, dass Menschen mit höherer Lebenserwartung aus unbekannten Gründen bevorzugt Kaffee trinken.

Die Forscher nutzten Daten von knapp einer halben Million Menschen aus einer britischen Biodatenbank. Die Personen waren zwischen 38 und 73 Jahre alt, 78 Prozent von ihnen tranken Kaffee. Etwas mehr als die Hälfte davon bevorzugte koffeinhaltigen löslichen Kaffee, die anderen tranken aufgebrühten Bohnenkaffee mit oder ohne Koffein. Durch DNA-Analysen ermittelten die Wissenschafter für jeden Einzelnen, welche Varianten von vier für den Koffeinabbau relevanten Genen im Erbgut vorlagen. Im Verlauf von zehn Jahren gab es 14’225 Todesfälle, wobei 58 Prozent der Menschen an Krebs und 20 Prozent an einer Herz- oder Gefässkrankheit gestorben waren.

Unabhängig von der Art des Kaffees ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und der Sterbewahrscheinlichkeit: Im Vergleich zu denjenigen, die keinen Kaffee tranken, sank das Gesamtsterberisiko bei einem Kaffeekonsum von zwei bis drei Tassen täglich um 12 Prozent und bei mehr als fünf Tassen pro Tag um bis zu 16 Prozent. Die Gene des Koffeinstoffwechsels hatten keinen Einfluss auf den untersuchten Zusammenhang. Die statistisch nachgewiesene Beziehung war für aufgebrühten Bohnenkaffee stärker ausgeprägt als für löslichen Kaffee. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass löslicher Kaffee weniger Polyphenole und andere bioaktive Substanzen enthält.

Wenn es tatsächlich einen Schutzeffekt von Kaffee gibt, könnte dieser auf gedämpften Entzündungen, erhöhter Insulinempfindlichkeit sowie positiven Effekten auf Leberenzyme oder Blutgefässe beruhen, schreiben die Forscher. Auf negative Auswirkungen habe die Studie keinerlei Hinweise ergeben.

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